Archiv für März 2009

Kennen Sie Wicca?

14/03/2009

Der Tod kommt wie gerufenKathy Reichs:
Der Tod kommt wie gerufen

Meine erste Begegnung mit der forensischen Anthropologin Temperance “Tempe” Brennan, hatte ich vor 8 Jahren. Damals bekam ich ihren ersten Fall “Tote lügen nicht” in die Finger b und war gefesselt von der spannenden Story und dieser Anti-Heldin (trockene Alkoholikerin, geschieden, herber Humor), die durch ihre Tätigkeit zur Aufklärung kniffliger Kriminalfälle beiträgt.

“Der Tod kommt wie gerufen” ist ein Jubiliäum für mich: der zehnte Fall für Temperance und mich. Aber ich muss sagen, dass der kriminalistische Part etwas nachgelassen hat und für mich die persönliche Entwicklung der Titelheldin  zum wesentlichen Leseantrieb wurde.

Die Handlung spielt in Charlotte, North Caroline, wo bei Bauarbeiten an einem Haus ein verstecktes Kellergewölbe mit einer Art Altar und menschlichen Überresten entdeckt wird.
Schnell geht das Gerücht eines Ritualmordes um, das sich zu bestätigen scheint, als eine zweite  Leiche gefunden wird – kopflos, aber dafür mit satanischen Zeichen auf dem Körper.

Tempe Brennan forscht in alle Richtungen und informiert sich über Glaubensrichtungen wie Vodoo, Palo Mayombe, Santeria oder Wicca (hier besucht sie sogar ein Treffen). Ein Lokalpolitiker nutzt die Gelegenheit, um Stimmung  zu machen und die Stadt wird zum Hexenkessel. Die Geschehnisse eskalieren, als ein in die Ermittlungen involvierter Polizist erschossen wird.

Das für mich sensationelle und völlig unerwartete an diesem Roman war es mitzuerleben, wie Temperance über diese Ereignisse einen Rückfall erleidet und wieder zum Alkohol greift. Auch eine alte Jugendliebe “Charlie”, der ihr wieder näher gekommen ist, wird Zeuge des Zusammenbruchs. Und als dann auch noch Detective Ryan (über den sie immer noch nicht hinweg ist) plötzlich vor ihrer Tür steht, ist guter Rat teuer.

Zusammenfassend: einer der schwächeren Romane der Reihe, aber ein wichtiger im Werdegang der Temperance Brennan, der neugierig auf das macht, was die Zukunft für sie bereit hält. Und so werde ich wohl auch ihr elftes Abenteuer lesen.

  • Gelesen: 20.02. – 04.03.
  • Seiten total: 348
  • Seiten/Tag: 26,8
  • Gelesene Seiten 2009: 2.933
  • Das Buch der Mormonin: Bis(s) zur Mittagsstunde

    14/03/2009

    Bis(s) zur MittagsstundeStephenie Meyer:
    Bis(s) zur Mittagsstunde

    Es war einmal eine Mormonin, die einen Vampirroman schrieb, der so erfolgreich wurde, dass es bereits drei Fortsetzungen und ein überaus erfolgreichen Kinofilm gibt. Und die sind nicht unumstritten. Die Welt z.B. nannte Meyers Vampirbücher „ein 1500 Seiten langes… Plädoyer für den vorehelichen Triebverzicht“ und „modern, übersexualisiert… und unemanzipatorisch“.  Weitere nicht minder kritische Stimmen finden sich bei Meyers Wikipedia-Eintrag.

    Das war so mit das Erste, was ich von der Twilight-Reihe gehört habe und als Fan von Vampirromanen war meine Neugierde geweckt.  Den ersten Band “Bis(s) zum Morgengrauen hab ich Ende letzten Jahres gelesen – und war enttäuscht. Das Buch ist extrem auf eine weibliche Zielgruppe ausgerichtet; sehr klischeehaft und vorhersehbar. Der Inhalt ist schnell erzählt: Die 17jähige Bella Swan verliebt sich in den geheimnisvollen Mitschüler Edward Cullen. Der entpuppt sich als “guter” Vampir, der sich ausschliesslich tierisch ernährt, dennoch starke Bedenken hat, seinen Gefühlen für eine sterbliche nachzugeben. Für den Leser steht es dabei außer Frage, dass sich beide auf dem Weg zum Happy End sind. Einziges Hindernis auf dem Weg dahin: es tauchen “böse” Vampire auf (richtig, die ernähren sich von echtem Menschenblut) und einer bringt Bella in seine Gewalt, doch Edward naht schon zur Rettung. Hier verstehe ich Stephenie Meyers nicht: diese Szene hat sehr viel Potenzial und hätte etwas Action in die ansonsten gefährlich nahe am Kitsch treibende Story bringen können. Doch Meyer lässt Bella bewußtlos werden und als wir wenig später gemeinsam mit ihr im Krankenhaus zu Bewußtsein kommen ist alles schon vorbei…

    Da mag man sich die Frage stellen, warum ich Band 2 “Bis(s) zur Mittagsstunde” überhaupt gelesen habe. Nun ich bin eben ein Serientäter und trotz allem sind mir die Charakteren irgendwie ans Herz gewachsen und man interessiert sich für ihr weiteres Schicksal. Was wiederum und erneut schnell erzählt ist: Bella liebt Edward, Edward liebt Bella, hat aber große moralische Bedenken und Sorge um ihr Seelenheil. Da trifft es sich gut, dass er und seine Familie die Stadt verlassen müssen, sind sie doch schon zu lange in der Stadt und fürchten entdeckt zu werden. Bella ist am Boden zerstört und erst der Indianerjunge Jack Black hilft ihr zurück ins Leben (wobei sie Edward natürlich nie vergisst). Als sich Jack plötzlich zurückzieht stellt Bella sich die Frage, ob sie womöglich mehr für ihn emfindet. Wie sich herausstellt ist er ein Werwolf (der natürliche Feind des Vammpirs)  und hat sich aus Angst um Bella von ihr zurückgezogen. Wenig später tauchen erneut “böse” Vampire auf und durch eine Verkettung unglücklicher Umstände erfährt Edward, dass Bella gestorben sei. Ist sie natürlich nicht, aber diesmal ist es an Edward am Boden zerstört zu sein und er macht sich auf nach Italien, um bei einem mächtigen Vampirclan seinen Tod zu erbeten. Diesmal muss Bella sich beeilen, um Edward zu retten… Das Ende kann man sich vorstellen…und ich werde zu gegebener Zeit berichten, wie es den beiden in Band 3 ergeht.

    Gelesen: 20.02. – 27.02.
    Seiten total: 558
    Seiten/Tag: 69,75
    Gelesene Seiten 2009: 2.585

    Kinotrailer zur Verfilmung von Band 1 “Twilight: Bis(s) zum Morgengrauen”

    Update 03.06.09: Der Trailer zum zweiten Teil “New Moon”


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