Archiv für die Kategorie ‘Frauenliteratur’

Das Jahr endet und beginnt mit Vampiren

17/01/2010

J.R. Ward: Nachtjagd und Blutopfer (Black Dagger 1+2)

Rückblickend ist 2009 für mich das Jahr der Vampirromane gewesen und daher ist es wohl auch angebracht, dass Jahr mit einem solchen Roman zu beenden. Und weil der erste Roman der Black Dagger Reihe gar so viel versprechend ist, wurde Band zwei kurzfristig nachgeordnet und eröffnet direkt und nahtlos das Lesejahr 2010.

Was ist neu oder anders in der Vampirwelt der Black Dagger Reihe?

Die Vampire sind stärker in Klassen organisiert,  das beginnt bei den „Royals“ (Hohe Familie genannt) und endet bei den Doggen (der Dienerklasse). Außerdem wachsen Vampire „menschähnlich“ auf, bevor sie mit ca. Mitte 20 die „Transition“ durchlaufen, ab dem Zeitpunkt vertragen sie kein Sonnenlicht mehr und müssen Blut trinken. Die Menschen wissen nicht von der Existenz der Vampire und haben auch nichts zu befürchten, denn ein Vampir benötigt zum Überleben das Vampirblut des jeweils anderen Geschlechts.

Gefahr droht den Vampiren von der Gesellschaft der Lesser. Diese wird angeführt von der mystischen Gestalt Omega, die sich der Ausrottung der Vampire verschrieben hat. Lesser sind rekrutierte Menschen, die durch Entnahme ihres Herzens „verwandelt“ werden.

Zwischen den Lessern und der breiten Vampirbevölkerung steht die Bruderschaft der Black Dagger, diese sind mit aussehrgewöhnlichen Kräften ausgestattete Vampir-Kämpfer schützen den Rest ihrer Spezies vor den Lessern.

„Nachtjagd“ beginnt damit, dass Darius, einer der Brüder der Black Dagger  den Anführer Wrath um einen großen Gefallen bittet. Einst hatte er eine Affäre mit einer Menschenfrau, aus der ein Mädchen namens Beth hervorgegangen ist. Darius beobachtet sie heimlich und ist sich sicher, dass ihre Transition in Kürze bevorsteht. Da sie ein Mischling ist, stehen ihre Überlebenschancen nicht gut und daher soll Wrath ihr zur Seite stehen; sein mächtiges Blut könnte ausschlaggebend für Vampir-Leben oder Tod sein.

Wrath, der seine Unabhängigkeit liebt, lehnt zunächst ab, als aber Darius von den Lessern getötet wird, fühlt er sich seinem Bruder verpflichtet und sucht den Kontakt zu Beth, die als Reporterin arbeitet. Die ist aber besonders misstrauisch, weil sie erst kürzlich Opfer eines Überfalls wurde. Zwischen den beiden funkt es dennoch augenblicklich  und Wrath will denÜberfall rächen, indem er sich auf die Suche nach dem Täter macht. Nichts ahnend,  dass der Täter Billy Riddle unter besonderer Beobachtung des Lessers Mr. X steht, der ihn für die Gesellschaft rekrutieren will.

Während also alles auf eine große Konfrontation mit den Lessern hinausläuft kommen sich Beth und Wrath immer näher….

In „Blutopfer“ spitzt sich der Konflikt noch weiter zu, als Wrath Beth nach ihrer geglückten Transition zur Frau nehmen will. Dafür muss er sich nämlich von seiner bisherigen Frau trennen, mit der ihn nichts als der Austausch von Blut verbunden hat, auch wenn sie sich stets mehr wünschte. Sie willigt in die Trennung ein, ihr wütender Bruder will sich aber für diese Schmach an Wrath rächen und fädelt eine Intrige ein…

Meine Darstellung der Story mag täuschen, denn so sehr das auch alles nach knallharter Vampir-Action klingt, so sehr überwiegen doch die Romantik  - die Sprache erinnert neben dem Vampirvokabular  eher an einen  Groschenroman.

Zunächst war ich davon wenig angetan, dann  jedoch habe ich eine gewisse Komik für mich darin  entdeckt. Außerdem gibt es eine Reihe von Interessanten Figuren wie die übrigen Brüder der Black Dagger oder den Polizisten Butch, die man schnell ins Herz schließt und  deren weiterem Schicksal in der Romanreihe man mit Spannung entgegen sieht.

Kritik geht wieder einmal an den Verlag; Heyne hat es aus mir unerfindlichen Gründen vorgezogen,  aus ursprünglich einem Buch zwei Teile zu machen. Dadurch erklären sich zumindest die hanebüchen Titel der Reihe.  Wie ich bei Wikipedia gelernt habe, konzentrieren sich die englischsprachigen Romane auf jeweils einen der Brüder der Black Dagger , d.h. für die deutschen Leser unbedingt alle Bücher direkt im Zweierpack kaufen (womit sich wiederum die Strategie des Verlages  erklärt hat und sucg der Kritikkreis schliesst;-)

Nachtjagt

Gelesen: 26.-30.12

Seiten total: 263

Seiten/Tag:  52,6

Gelesene Seiten 2009: 20.271

Blutopfer:

Gelesen: 31.12.-01.01.

Seiten total: 296

Seiten/Tag:  148

Gelesene Seiten 2010: 296

Zuckersüßer Frauenroman

20/12/2009

Shari Low: Torschlusspanik

Shari Low habe ich Gegengewicht für meine diversen Krimis mit in die Urlaubs-Büchertasche gepackt. Auch dieses  Buch verdanke ich einer Empfehlung von Sabine Simon (deren Empfehlungsliste sogar um viele weitere Titel länger  ist, 1000 Dank dafür).

Das Cover titelt „Ally McBeal meets Sex and the City” und das macht bereits deutlich, dass es ein Frauenbuch ist. Die Heldin Carly Cooper glaubt sich am Scheideweg ihres Lebens. Sie hat mit ihren 31 Jahren bereits ein bewegtes Leben hinter sich, ist viel gereist und war schon ganze vier mal verlobt. Aber am Ausgangspunkt des Romans steht sie allein dar und beginnt sich zu fragen, ob nicht einer ihrer Exfreunde womöglich doch der Richtige gewesen ist, also nichts wie die Koffer gepackt und es wird auf große Ex-Freunde Tour rund um die Welt gegangen.

Charmant ist das Spiel mit den Rückblenden, vom Verlust Ihrer Unschuld, über ihre „Flucht“ nach Amsterdam, um dem Erwartungsdruck der Eltern („du musst studieren“) zu entkommen, bis hin zu ihren beruflichen Erfolgen in Shanghai, Hongkong und London.

In einzelnen Kapiteln lernen wir ihre chaotische Vergangenheit und die jeweiligen Lebensabschnittsbegleiter/Verlobten kennen. Die sind alle sehr nett und so recht versteht man nicht, wieso Carly immer wieder die Zweifel überkommen und sie doch weiterzieht. Die Kapitel enden dann auch immer entsprechend „Ich habe  XY nie wieder gesehen“.

Diese Kapitel zu ihrer Vergangenheit werden durch die Situations-beschreibung ihres „Hier und  Jetzt“ geschärft, wie der Entschluss in ihr reift, alle Ex-Freunde aufsuchen zu wollen und wie sie es ihren Freundinnen beibringt und wie sie sich schließlich auf die Reise macht.

Zu dem Zeitpunkt ist man natürlich Neugierig, was aus der Riege der Ex-Männer geworden ist und die Autorin hält auch hier die ein oder andere Überraschung bereit, mit der man so nicht gerechnet hat.

Das Buch war für den Urlaub genau das Richtige, kurzweilig gute Unterhaltung wie einer der leckeren Cocktails, die ich dazu am Strand getrunken habe. Aber wie mit den Cocktails, so ist es auch mit dem Buch: bitte nicht zu viel, den der typische Frauenroman-Stil, den die Autorin zu Papier bringt, verträgt man nur in Maßen

Gelesen: 04.11. – 05.11.

Seiten total: 366

Seiten/Tag: 168

Gelesene Seiten 2009: 16.127


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