Diana Gabaldon: Echo der Hoffnung
Die Highland-Saga geht endlich weiter und ich habe mich sehr darüber gefreut, mal wieder einen guten historischen Roman in epischer Breite zu lesen. (Bücher um die 1.000 Seiten kriegt man ja nicht jeden Tag in die Hände.) Außerdem konnte ich kaum abwarten wie es mit Claire, Jamie, Ian, Brianna und all den anderen Charakteren weitergehen sollte.
Der Roman (der siebte der Reihe) beginnt 1776 und die Zeitreisende Claire und ihr Highlander Jamie sind immer noch in Fraser’s Ridge, planen jedoch für das nächste Frühjahr die Rückkehr nach Schottland, um dort Jamies zurückgelassenen Druckerpresse in die Kolonie zu bringen. Außerdem müssen die beiden ein Versprechen einlösen und Jamies Neffen Ian, den sie seinerzeit mit in die neue Welt gebracht haben, zurück zu seinen Eltern bringen.
Ihre Tochter Brianna ist mit dem Mann und den Kindern in die Gegenwart zurückgekehrt, wo die lebensrettende Operation der Tochter geglückt ist. Die Familie hat den alten Familiensitz Lallybroch in Schottland gekauft, um ein neues Leben aufzubauen. Ihr größter Schatz ist eine dort gefundene Kiste mit alten Briefen, die Claire und Jamie Ihnen hinterlassen haben.
Für Unruhe sorgt ein Wegelagerer, der immer wieder auf dem Grundstück auftaucht und mit dem etwas nicht zu stimmen scheint…
Alles in allem ist dieser Handlungsstrang relativ kurz gehalten, wesentlich größer ist der Anteil, den Gabaldon diesmal für Lord John und dessen Ziehsohn William verwendet.
Insbesondere William als unehelicher Sohn von Jamie ist von besonderer Bedeutung für den Roman und das Aufeinandertreffen von ihm und seinem Vater in den gegensätzlichen Lagern des Unabhängigkeits-Krieges schürt die latente Spannung.
Neu in die Highlander-Familie aufgenommen wurden die Charakteren Denny und Rachel Hunter ein Quäker-Geschwisterpaar, das den verwundeten William behandelt und später auf Seiten von Jamie, Claire und Ian in die Kriegswirren gerät.
Nach einigen Wirrungen (z.B. einer Schiffsentführung und dem Kampf um Fort Ticonderoga) gelingt die Ausreise nach Schottland, wo schlechte Nachrichten warten und es erforderlich wird, dass Claire alleine nach Philadelphia zurückkehren muss, wo es zum großen Finale kommen wird.
Für mich ist dieser Band der bislang schlechteste der Serie. Die ersten 700 Seiten ziehen sich wie Kaugummi ohne dass etwas Entscheidendes passiert, bevor die letzten 300 Seiten dann zu gewohnter Gabaldon-Qualität heranschwellen. Außerdem ist der Claire/Jamie Anteil anfangs auffallend gering und insbesondere der Lord John Handlungsstrang hätte deutlich gekürzt werden können.
Was das Ende betrifft, so ging es mir persönlich dann sogar zu schnell und ich halte es für unklug, dass der Handlungsstrang um Brianna, Roger und den kleinen Jem nicht aufgelöst wird. Und das ist nicht der einzige Handlungsstrang der offen bleibt, aber der Gravierendste.
Es ist sehr offensichtlich, dass hier bereits die Nachfrage nach dem nächsten Band (der so in drei Jahren erscheinen dürfte) geschürt wird und wenn weiterhin so kurze Zeitspannen (Juli 1776-Mai 1778) wie in „Echo der Hoffnung“ erzählt werden, scheinen noch einige Fortsetzungen zu folgen. Auch wenn ich sie zweifelsohne lesen werde: ich bin nicht sicher, ob ich mich darauf freuen soll.
Gelesen: 05.-10.12
Seiten total: 1002
Seiten/Tag: 200,4
Gelesene Seiten 2009: 19.108


