Douglas Preston habe ich das erste Mal im Kuba-Urlaub 2007 gelesen.
Teils, weil das Buch in einem handlichten Strand-Format daherkam, teils weil die Geschichte von „Codex“kurzweiligen Abenteuer-Spaß versprach (drei zerstrittene Brüder suchen im Regenwald Ihren todkranken Vater, der sich mit seinem gesamten grabräuberischen Vermögen dorthin abgesetzt hat).
Jetzt habe ich also Canyon gelesen und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir erst in der Hälfte des Buches aufgefallen ist, dass der Held im Roman einer der drei Brüder aus „Codex“ ist;-)
Thomas „Tom“ Broadbent ist die Hauptfigur (und einer der Codex-Brüder), der anfangs einen angeschossenen Mann in der Wüste New Mexicos findet. Er gibt Tom ein Notizbuch, dass er seiner Tochter übergeben soll und stirbt. Tom spürt, dass der Mörder noch in der Nähe sein muss und flieht, als er später mit der Polizei zurückkehrt fehlt von der Leiche jede Spur.
Weed Maddox ist der gesuchte Mörder; wir sind dabei als er kurz nach Tom die Leiche erreicht und feststellen muss, dass das Notizbuch fehlt. Er findet aber eine Gesteinsprobe, von der er hofft, dass sie seinen Auftraggeber zufrieden stellt.
Dr. Ian Corvus vom Museum of Natural History in New York ist der Auftraggeber, der die Gesteinsprobe zwar interessiert entgegen nimmt, aber Maddox zurück nach New Mexiko schickt, damit er das Buch um jeden Preis beschafft.
Die Probe lässt er von Melodie Crookshank, einer technischen Assistentin, untersuchen und diese wird im Verlauf des Buches immer neue spektakuläre Entdeckungen machen. Sie ist so engagiert, dass sie Corvus zusehends nervöser macht.
Wyman Fort war CIA-Agent und Spezialist für Verschlüsselungs- technologien bevor er sich in ein Kloster zurückgezogen hat. Tom macht ihn dort ausfindig und bittet ihn um Hilfe bei der Entschlüsselung des Notizbuches. Er selbst kann den Code nicht entziffern und mangels Leiche weiß er nicht, wo er mit der Suche nach der Tochter des Toten anfangen soll.
Sally Broadbent ist Tom’s resolute Frau und gerät in Gefahr, als Tom und Wyman ihren Spuren nachgehen und Weed Maddox zurückkehrt, um das Notizbuch in seinen Besitz zu bringen.
F.P. Massago greift erst gegen Ende des Buches ins Geschehen ein. Er ist Leiter einer geheimen Regierungsbehörde, die durch ein abgehörtes Telefonat über die Geschehnisse auf den Plan tritt und eine Bedrohung für ALLE Beteiligten ist…
Das Buch ist (wie auch der Codex) ausgesprochen unterhaltsam gewesen. Die Schreibweise ist eher reißerisch wie die einer Bild-Zeitung, zudem sind die Kapitel bewusst kurz gehalten und springen jeweils zwischen den Hauptfiguren hin und her, womit der Spannungsbogen konstant auf hohem Niveau gehalten wird.
Übrigens: auch wenn man glaubt, dass man das Rätsel um die Probe schnell gelöst glaubt, so lassen einen doch der Prolog (er beschreibt die Ereignisse der Apollo-Mission 1972 auf dem Mond!) und die sich später einschaltende geheime Regierungsbehörde keinen Zweifel daran, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie es zu sein scheinen.
Gelesen: 21.08.-24.08
Seiten total: 549
Seiten/Tag: 137,25
Gelesene Seiten 2009: 11.104


