Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

“Blind” vs “Heart-shaped Box”

07/03/2010

Joe Hill: Blind

Und wieder so ein Buch, wo man den Verlag wegen des deutschen Titels verklagen möchte. Lest einfach meine Zusammenfassung und entscheidet dann selbst, welchen der beiden Titel ihr für den besseren haltet.

Joe Hill hatte ich schon seit längerem  auf meiner Watchlist, irgendwo hatte ich eine gute Besprechung zu einem seiner Bücher gelesen und auch wenn er es nicht groß heraushängen lässt: er ist ein Sohn von Stephen King und das hat mein Interesse noch mal zusätzlich angeheizt.

In „Blind“ geht es um den alternden Rockstar Judas Coyne, der neben jungen Frauen auch makabere Souvenirs sammelt und nicht lange zögert, als im Internet ein Geist zur Versteigerung angeboten  wird. Der Geist sei mit einem  Anzug verbunden, der Judas als Käufer auch unmittelbar nach der Transaktion geliefert wird – und zwar in einer herzförmigen schwarzen Geschenkpackung.

Es kommt wie es kommen muss: der Geist ist real, es geschehen seltsame Dinge im Haus und schließlich kommt es zur ersten Sichtung…

Judas beginnt zu recherchieren und muss mit erschrecken feststellen, dass er Opfer eines Tricks wurde. Die Auktion war nur für ihn sichtbar und niemand geringeres als die Schwester einer seiner verflossenen Groupies hat sie für ihn inszeniert. Das Mädchen Florida(er nennt seine Mädchen immer noch den Bundesstaaten, in denen sie geboren wurde) war depressiv und hat sich kurz nach der Trennung von Judas das Leben genommen.  Der Geist ist der Vater des Mädchens uns sinnt offenbar nach Rache – oder ist es womöglich doch  nicht so einfach?

Der Geist jedenfalls versucht ein ums andere Mal Judas und alle Menschen, die ihn umgeben, zum Selbstmord zu überreden. Einzig seine beiden Hunde flössen dem Verstorbenen Respekt ein und so macht sich Judas mit dem Schutz der beiden Hunde und seiner Freudin Georgia auf den Weg nach Florida. Er hofft, im Gespräch mit Floridas Schwester einen Weg zu finden, dem Spuk ein Ende zu bereiten – doch der Weg dorthin ist lang…

Blind war kein schlechter Roman, aber auch bei weitem nicht so gut wie ich es erhofft hatte.Die Gänsehaut kam mir zu kurz und so werde ich mich wieder von dem Buch trennen.

Wer es haben möchte, lässt hier einfach einen Kommentar zurück und darf sich dann sein eigenes Urteil bilden.

Blind

Gelesen: 01.01.-04.01

Seiten total: 428

Seiten/Tag:  107

Gelesene Seiten 2010: 724

Serientäter

22/11/2009

Jeff Lindsay: Komm zurück, mein dunkler Bruder
(Dexter Morgan No. 3)

Erst einmal sollte man den Übersetzer des Titels erschießen. Inhaltlich mag es ja zutreffen, aber wenn man die Filmrechte nicht gerade an Sat1 verhökern möchte, ist „Dexter in the Dark“, so der Originaltitel, doch um einiges griffiger.

Gemeint ist tatsächlich, dass Dexter seine dunkle Seite, seinen dunklen Passagier, Dämon oder meinetwegen auch den dunklen Bruder plötzlich verliert. Auslöser ist ein Tatort, an dem die verkohlten Leichen zweier Frauen gefunden werden, deren Köpfe abgehakt und durch tönerne Stierköpfe ersetzt wurden. Üblicherweise bekommt er von eben diesem dunklen Passagier immer wertvolle Tipps, die ihm dabei helfen dem Täter auf die Spur zu kommen.

Doch wie sich herausstellt ist diesmal Etwas auf Dexters Spur gekommen. Die Perspektive wechselt immer wieder für kurze Zeit zum Beschatter, der Dexter als Opfer auserkoren hat und sich einen Spaß daraus macht, die Panik in Dexter / seinem dunklen Passagier zu schüren (was ihm sehr gut gelingt).

Auch hier kann Dexter wieder Zuflucht bei seiner Freundin Rita und den Kindern Cody und Astor flüchten. Die Hochzeit steht übrigens immer noch im Raum und die Vorbereitungen für eben diese sind ein weiter Grund für Dexters Unwohlsein. Immerhin verstärken sich seine Vatergefühle für die beiden Kinder, als ein nerviger Nachbarshund spurlos verschwindet. Dexter kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass die Kinder damit etwas zu tun haben und womöglich auch in Ihnen eine „dunkle Seite“ schlummert.

Mit Band drei hat  Jeff Lindsay sich mir bewiesen. Er führt neue Erzählstile ein und kann die Spannung damit deutlich steigern. Er mag dabei zwar an die Grenzen des Vorstellbaren und Wahrscheinlichen stoßen, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Gelesen: 30.10.-31.10.

Seiten total: 425

Seiten/Tag: 212,5

Gelesene Seiten 2009: 14.326

 



Jeff Lindsay: Dunkler Dämon (Dexter Morgan No. 2)

Oops. I did it again. Wieder einmal hatte ich mich verkauft – indem ich Band drei der Dexter Reihe VOR Band zwei erwarb. Erfreulicherweise denn so musste ich Band zwei nachkaufen und konnte beide Bände direkt hintereinander lesen. Genaugenommen habe ich noch im Ferienflieger auf dem Weg nach Punta Cana den einen Band beendet und den anderen direkt begonnen.

Ich denke das Buch hatte mich in dem Moment gefangen, wo absehbar war, dass es nicht mehr viel mit der TV-Serie zu tun hat. Sicher, einige Motive kommen einem bekannt vor, so insbesondere die Person des Seargent Doakes, der den „dunklen Passagier“, jene mörderische  Seite des ansonsten so freundlichen Polizeispezialistens durchschaut hat und Dexter eigenmächtig verfolgt. Der fühlt sich in die Enge getrieben und hadert mit seiner dunklen Seite, hat er doch sein nächstes Mordopfer schon auserwählt.  So sieht er sich gezwungen in seine Rolle als Familienvater in spe zu flüchten – und findet (vor sich selbst erschreckend) Gefallen daran. Herrlich ist es zu lesen, wie er sich in eine ausweglose Situation bringt (seine Freundin Rita glaubt fälschlicherweise, er wolle ihr einen Antragt machen) und nicht mehr herauskommt.

Doch natürlich kommt das Buch nicht ohne einen neuen irren Serientäter aus. Der verwandelt seine Opfer in „jodelnde Kartoffeln“, um Dexters Wortwahl zu nutzen. Will sagen: er entfernt alle Extremitäten seiner Opfer inkl. Zunge und Augenlider und lässt sie lebend (und wahnsinnig) am Tatort zurück. Die Spur führt zu einer geheimen militärischen Einheit, der auch Seargent Doakes angehört hat und um dem Täter auf die Schliche zu kommen, muss Dexter plötzlich mit eben diesem zusammenarbeiten…(Den Zuschauern der TV-Serie sei noch verraten, dass Doakes ein anderes Schicksal als in der Serie erwartet).

Gelesen: 24.10.-30.10.

Seiten total: 379

Seiten/Tag: 54,1

Gelesene Seiten 2009: 13.901

Der freundliche Serienkiller von nebenan…

20/10/2009

lindsay-Des-Todes-dunkler-BruderJeff Lindsay:
Des Todes dunkler Bruder

Das Buch war ein Pflichtkauf, nachdem ich erfahren habe, dass es die Romanvorlage für die TV-Serie Dexter ist, die zu meinen absoluten Lieblingsserien zählt.

Für alle die die Serie (noch) nicht kennen, muss es ein großartiges Buch sein. Hauptperson ist Dexter Morgan, der als Spezialist für Blutanalysen bei der Polizei von Miami arbeitet und in seiner Freizeit einem ungewöhnlichen  Hobby nachgeht: er ist Serienkiller.

Doch keine Sorge, Dexter tötet nur die wirklich Bösen, allesamt Mörder, die der der Justiz immer wieder  von der Schippe springen und auch nur, wenn er sich ihrer Schuld absolut sicher ist.

Das ist auch das Erfolgsgeheimnis von Roman und Serie zugleich. Dieser Serienkiller Dexter ist einfach unglaublich sympathisch und man kann gar nicht anders, als sich auf seine Seite zu stellen.

Der Roman erzählt wie ein neuer Serienkiller die Bildfläche betritt. Dexter ist begeistert von dessen „Handwerk“, wird aber zusehends verwirrter, da er aus nicht erklärbaren Gründen die nächsten Schritte des Täters erahnen kann. Dann tauchen auch noch Hinweise an den Tatorten auf, die offenbar versteckte Botschaften an Dexter sind. Oder ist er womöglich selbst der Täter und seine dunkle Seite “der dunkle Bruder” hat sich selbständig gemacht?

Für Kenner der Serie birgt der Roman wenig Überraschungen. Da man sich in der Serie zunächst akribisch an den Roman gehalten hat. Erst gegen Ende gibt es einen Todesfall, den man wohl im Hinblick auf eine Fortsetzung der TV-Serie nicht übernommen hat.

Alle diejenigen, die die Serie nicht kennen, sollte das Buch fesseln…

Gelesen: 12.09.-16.09.

Seiten total: 350

Seiten/Tag: 70

Gelesene Seiten 2009: 12.487


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